Mietpreisbremse muss nachgebessert werden

21.07.2016
Alan Cleaver/flickr.com/CC BY 2.0

„Ein guter Tag für Mieterinnen und Mieter: Jetzt ist es offiziell, dass Abzocke bei der Wohnungsvermittlung nicht durch die Verfassung gedeckt ist“, erklärt Caren Lay, stellvertretende Vorsitzende und Sprecherin für Mieten-, Bau- und Wohnungspolitik der Fraktion DIE LINKE, anlässlich der gescheiterten Verfassungsbeschwerde zweier Immobilienmakler gegen das Bestellerprinzip bei der Mietpreisbremse. Lay weiter:

„Weiterhin gilt: Wer einen Makler bestellt, muss ihn auch bezahlen. Bis zum vergangenen Jahr haben Vermieter häufig die hohen Maklergebühren besonders in begehrten Wohnlagen auf Mieterinnen und Mieter abgewälzt. Diese Praxis wurde mit Einführung der Mietpreisbremse unterbunden. Das hat DIE LINKE stets begrüßt.

Das heutige Gerichtsurteil sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Mietpreisbremse seit über einem Jahr klemmt. Grund dafür sind die zahlreichen Ausnahmen, die die Koalition beschlossen hat sowie die Tatsache, dass die Vermieter sich schlichtweg weigern, die Mietpreisbremse anzuwenden. Dafür drohen nach jetziger Rechtslage so gut wie keine Sanktionen. Ermöglicht hat das die große Koalition.

Außerdem muss die Mietpreisbremse nicht angewendet werden, wenn die Vormiete bereits höher war. Mieterinnen und Mieter haben aber keinen Rechtsanspruch darauf, die Höhe der Vormiete zu erfahren. Somit kann die Mietpreisbremse ganz einfach umgangen werden. Hier muss dringend nachgebessert werden. Der Vermieter, der sich nicht an die Mietpreisbremse hält, soll vom ersten Tag an nachzahlen und mit Sanktionen rechnen müssen. Die Mietpreisbremse muss ohne Ausnahme gelten. Auch wenn die Miete des Vormieters höher war, muss sie bei Wiedervermietung zur gesetzlich geltenden Höhe eingebracht werden.“

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Die Wohnungsfrage ist die soziale Frage unserer Zeit. Doch statt sie anzugehen, werden Fehlentwicklungen systematisch politisch gefördert. Wohnungen sind zu reinen Spekulationsobjekten verkommen. Hohe Nachfrage und sogenannte Zwangssanierungen lassen die Mieten explodieren und zwar nicht nur in den Großstädten, sondern auch im Umland. Menschen werden aus jahrzentelang gewachsenen, sozialen Strukturen gerissen, gentrifzierte Viertel zu Soziotopen der Besserverdienenden. Wie konnte es soweit kommen? Warum unternimmt die Politik so wenig, um Mietenwahnsinn und Spekulation endlich zu stoppen? Und was muss getan werden, damit Wohnen endlich wieder bezahlbar wird? Caren Lay nimmt die deutsche Wohnungspolitik der letzten 20 Jahre schonungslos unter die Lupe, zeigt auf, wie und warum Deutschland zum Eldorado für Wohnungsspekulation werde konnte, und liefert provokante Ideen für eine soziale Wohnungspolitik, die wir so dringend brauchen.

Erschienen bei Westend / 160 Seiten Leseprobe

Über mich
Ich bin Bundestagsabgeordnete und Sprecherin für Mieten-, Bau- und Wohnungspolitik sowie für Clubpolitik.