Baulandpreise steigen in zehn Jahren um bis zu 800 Prozent

15.04.2026

In den vergangenen zehn Jahren sind die Baulandpreise für den Bau Mehrfamilienhäusern in Rostock verneunfacht worden. Damit sticht die Hansestadt heraus. Nicht nur steigen die Bodenpreise in Städten, in denen sie bereits hoch sind, wie  Darmstadt (167 %), Freiburg im Breisgau (149%), Frankfurt am Main (136 %), Berlin (134 %), Erlangen (131 %) oder  Rosenheim (125 %). In Frankfurt am Main liegt der Bodenpreis jetzt bei 1.900 € je Quadratmeter Bauland für ein Mehrfamilienhaus. Auch Städte, in denen die Bodenpreise sehr moderat sind, werden die Preise stak angezogen. So wurden die Preise in Hamm (159 %), Brandenburg an der Havel (150 %), Emden und Kaufbeuren (jeweils 118 Prozent) ebenfalls stark erhöht. Caren Lay, Sprecherin für Wohnungspolitik der Linken im Bundestag fragte die Bundesregierung nach den Städten mit den höchsten Baulandpreisanstiegen.

Aus der Antwort der Bunderegierung geht auch hervor, dass in den vergangenen zehn Jahren die Bodenpreise für den Bau von Eigenheimen sich mehr als verdoppelt haben in Darmstadt (167 %), Fürth (160 %), Chemnitz (155%), Berlin (148 %), Jena (139 %), Freiburg im Breisgau 138 %), Braunschweig (138 %), Mainz (130 %), Rosenheim (122 %) und Kaufbeuren (118 %). Im den höchsten Anstieg erleidenden Darmstadt liegen die Quadratmeterpreise für Grundstücke auf denen Eigenheime gebaut werden dürfen mittlerweile bei 1.200 Euro.

Dazu erklärt Caren Lay:

„Der Spekulation mit Boden muss der Riegel vorgeschoben werden, denn wir brauchen mehr bezahlbare Wohnungen. Die Baulandpreise sind ein wesentlicher Faktor für die Teuerung beim Bau von Wohnungen – ein Aspekt der in der Debatte oft unterbelichtet ist. Extrem steigende Bodenpreise betreffen nicht nur die Metropolen, sondern auch Städte, bei denen es vielleicht nicht alle vermuten würden, wie Rostock, Darmstadt, Hamm, Fürth oder Chemnitz.

Die Explosion der Bodenpreise ist unsozial und gefährlich: diejenigen, die viel Grund und Boden besitzen, werden durch Abwarten reicher. Menschen, die nicht geerbt haben und kein Vermögen besitzen hingegen, haben es immer schwerer ein Eigenheim zu erwerben. Auch der Bau von bezahlbaren Mietwohnungen durch Städte und Genossenschaften wird durch steigende Bodenpreise immer teurer. Deswegen muss die Bodenpreisspirale gestoppt werden.

Ein erster Schritt wäre, einen sozialen Widmungpreis nach Wiener Vorbild einzuführen. Kommunen müssen die Möglichkeit erhalten, Grundstückspreise, die für den sozialen Wohnungsbau vorgesehen sind, zu deckeln.

Kommunen müssen leichter zur Bebauung von Flächen verpflichten können, damit Bauland nicht spekulativ brach gelassen wird. Dafür braucht es eine reformierte Baupflicht.

Darüber hinaus braucht es einen sozialen Bodenfond und ein Konzept zur Regulierung der Bodenpreise.