„Wider das vergessen“

20.01.2016

Seit mittlerweile 20 Jahren wird in Hoyerswerda ein bemerkenswertes Projekt durchgeführt. Dabei treffen Schülerinnen und Schüler mit Überlebenden des Holocaust zusammen oder besuchen KZ-Gedenkstätten. Unter dem Titel „Wider das Vergessen“ organisieren der VVN-BdA Hoyerswerda und die RAA Ostsachsen e.V. diese Elemente zusammen mit der Stadt Hoyerswerda und fünf Hoyerswerdaer Schulen. Anlässlich des Jahrestages fand am 20. Januar im Schloss Hoyerswerda ein Festakt statt, zu dem der Oberbürgermeister der Stadt, Herr Skora (CDU), zusammen mit den weiteren Projektpartnern eingeladen hatte.

Bei „Wider das Vergessen“ handelt es sich um ein Präventionsprojekt gegen rechte Ideologien und deren Anschlussfähigkeit für junge Menschen. Neben den Zeitzeugengesprächen und Gedenkstättenfahrten gibt es Projekttage, Filmprojekte und von den Schülerinnen und Schülern erstellte Ausstellungen. Ziel ist es, durch die Auseinandersetzung mit der Geschichte die Jugendlichen zu befähigen, heute rechten Ideologen widerstehen zu können, ihre Botschaften hinterfragen zu können und die Jugendlichen stark zu machen, sich faschistischen Bewegungen auch heute zu widersetzen.

In einem Grußwort dankte Caren Lay den Projektträgern für ihre engagierte Arbeit und stellte die besondere Bedeutung des Projekts, gerade in einer Stadt mit der Geschichte Hoyerswerdas, heraus. Den Schülern gab sie mit auf den Weg, dass sie sich diesen seltenen Schatz bewahren sollen, als wohl letzte Generation mit den direkten Zeitzeugen ins Gespräch kommen zu können. Künftig, das ist schon jetzt abzusehen, werden die Gespräche mit der zweiten Generation, also den Kindern der unmittelbar Betroffenen stattfinden. Und es wird andere Formen als bislang geben müssen, um  sich mit dem Faschismus in Deutschland zwischen 1933 und 1945 auseinander zu setzen.

Antifaschismus, also dem Wortsinn nach die Ablehnung jeglicher faschistische Ideologie, ist ein zutiefst humanistisches und demokratisches Anliegen und so ergingen die besten Wünsche an die Teilnehmenden, wie auch die Projektträger, 20 weitere Jahre erfolgreich an diesem antifaschistischen Projekt festzuhalten und es zu gestalten. 

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Die Wohnungsfrage ist die soziale Frage unserer Zeit. Doch statt sie anzugehen, werden Fehlentwicklungen systematisch politisch gefördert. Wohnungen sind zu reinen Spekulationsobjekten verkommen. Hohe Nachfrage und sogenannte Zwangssanierungen lassen die Mieten explodieren und zwar nicht nur in den Großstädten, sondern auch im Umland. Menschen werden aus jahrzentelang gewachsenen, sozialen Strukturen gerissen, gentrifzierte Viertel zu Soziotopen der Besserverdienenden. Wie konnte es soweit kommen? Warum unternimmt die Politik so wenig, um Mietenwahnsinn und Spekulation endlich zu stoppen? Und was muss getan werden, damit Wohnen endlich wieder bezahlbar wird? Caren Lay nimmt die deutsche Wohnungspolitik der letzten 20 Jahre schonungslos unter die Lupe, zeigt auf, wie und warum Deutschland zum Eldorado für Wohnungsspekulation werde konnte, und liefert provokante Ideen für eine soziale Wohnungspolitik, die wir so dringend brauchen.

Erschienen bei Westend / 160 Seiten Leseprobe

Über mich
Ich bin Bundestagsabgeordnete und Sprecherin für Mieten-, Bau- und Wohnungspolitik sowie für Clubpolitik.