Bundesregierung bekommt Mietenanstieg nicht in den Griff

03.07.2019

„Die Bundesregierung hat durch ihre Politik der Tatenlosigkeit die Mietenkrise mit verursacht. Es müssen endlich wirksame Maßnahmen wie zum Beispiel ein bundesweiter Mietendeckel und ein öffentliches Wohnungsbauprogramm nach Wiener Vorbild ergriffen werden“, erklärt Caren Lay, stellvertretende Vorsitzende und mietenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, anlässlich des heute im Bundeskabinett vorgestellten Wohngeld- und Mietenberichts 2018. Lay weiter:

„Die Bundesregierung tut viel zu wenig gegen die steigenden Mieten. Die Mietpreisbremse ist unzureichend und wirkt nicht. Die bisher bekannten Pläne zur Mietspiegelreform springen viel zu kurz. Und die jüngst verabschiedete Wohngeldreform wird nicht mit dem Mietenanstieg mithalten können. Vielen Mieterinnen und Mietern steht das Wasser mittlerweile bis zum Hals. Ihre Wohnkosten fressen immer größere Anteile ihres verfügbaren Einkommens auf. Vor allem Geringverdienende, Studierende, Ältere und Nichtdeutsche finden keine bezahlbaren Wohnungen mehr.

Die Bundesregierung muss endlich konsequente und wirksame Maßnahmen ergreifen, um den Mietenanstieg und die Wohnungsnot zu stoppen. Notwendig sind unter anderem ein Mietendeckel und ein öffentliches Wohnungsbauprogramm nach Wiener Vorbild, mit dem jährlich mindestens 250.000 Sozialwohnungen gebaut werden können. Die Spekulation mit Wohnraum und Boden muss gestoppt werden.“

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Die Wohnungsfrage ist die soziale Frage unserer Zeit. Doch statt sie anzugehen, werden Fehlentwicklungen systematisch politisch gefördert. Wohnungen sind zu reinen Spekulationsobjekten verkommen. Hohe Nachfrage und sogenannte Zwangssanierungen lassen die Mieten explodieren und zwar nicht nur in den Großstädten, sondern auch im Umland. Menschen werden aus jahrzentelang gewachsenen, sozialen Strukturen gerissen, gentrifzierte Viertel zu Soziotopen der Besserverdienenden. Wie konnte es soweit kommen? Warum unternimmt die Politik so wenig, um Mietenwahnsinn und Spekulation endlich zu stoppen? Und was muss getan werden, damit Wohnen endlich wieder bezahlbar wird? Caren Lay nimmt die deutsche Wohnungspolitik der letzten 20 Jahre schonungslos unter die Lupe, zeigt auf, wie und warum Deutschland zum Eldorado für Wohnungsspekulation werde konnte, und liefert provokante Ideen für eine soziale Wohnungspolitik, die wir so dringend brauchen.

Erschienen bei Westend / 160 Seiten Leseprobe

Über mich
Ich bin Bundestagsabgeordnete und Sprecherin für Mieten-, Bau- und Wohnungspolitik sowie für Clubpolitik.