Hoher Leerstand bundeseigener Wohnungen.

Linke fordert: bundeseigene Wohnungen schnell wieder vermieten

06.02.2026

Insgesamt stehen fast 3.200 bundeseigene Wohnungen mit über 300.000 Quadratmetern Wohnfläche leer. Fast 1.000 Wohnungen sind nicht marktaktiv, sprich: sie weisen Mängel auf oder befinden sich in Sanierung. Fast die hälfte aller bundeseigenen Gewerbe- oder sonstigen Liegenschaften stehen leer (2.605.000 Quadratmeter. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf die Schriftliche Frage der Linken Bundestagsabgeordneten Caren Lay hervor.

Am meisten bundeseigene Wohnungen stehen in Nordrhein-Westphalen leer mit fast 60.000 Quadratmetern. Es folgen Rheinland-Pfalz mit 44.000 Quadratmetern und Niedersachsen mit 37.000 Quadratmetern. In Baden-Württemberg steht über 35.000 Quadratmeter Wohnfläche in Bundeshand leer und in Bayern 28.000 Quadratmeter. In Ostdeutschland führt Sachsen die Leerstandsliste mit 18.000 Quadratmetern an. In Mecklenburg-Vorpommern stehen 14.000 Quadratmeter Wohnfläche in Bundeseigentum leer.

Aus früheren Anfragen wissen wir, es gibt fluktuationsbedingten Leerstand, der kurzfristig zwischen zwei Vermietungen besteht. Es gibt aber überwiegend mangelbedingten Leerstand, also Wohnungen, die wegen nötiger Sanierungen nicht vermietet werden können, und Wohnungen, bei denen die Sanierungen immerhin schon begonnen haben. 

Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage von August 2025 ging hervor: 3.725 Wohnungen, 10 Prozent der 37.302 marktaktiven Wohnungen, stehen aktuell leer. Weitere 1.129 Wohnungen sind „nicht marktaktiv“, stehen also nicht zur Vermietung und zum Bezug zur Verfügung. Insgesamt stehen also 12,63 Prozent oder jede 8. Wohnung der BImA aktuell leer oder nicht zur Vermietung zur Verfügung. Allein für Sachsen wurde ein in Leerstand von 263 BImA-Wohnungen genannt, ein Leerstand von 15 %, der zum Großteil auf Sanierungen (138) und bestehende Mängel in 112 Fällen (also vor einer nötigen Sanierung) und Fluktuation in nur 13 Fällen zurückginge. Fast 200 dieser Wohnungen in Sachsen stehen bereits länger als ein Jahr leer wegen Mängeln (82) oder Sanierungen (109). (Antwort der BuReg auf Kleine Anfrage 21/1316, Frage und Anlage 6)

Dazu erklärt Caren Lay, Sprecherin für Mieten- und Wohnungspolitik der Linken im Bundestag: 

„Angesichts des Mietennotstands ist es absolut unverantwortlich, dass der Bund eigene Wohnungen leerstehen lässt. Es gibt einen großen Sanierungsstau bei den bundeeigenen Wohnungen. Es kann nicht sein, dass Mängel nicht sofort behoben werden, weil etwa die Bundesimmobilienanstalt hohe Beträge an den Bundeshaushalt abführen muss und zu wenig Mittel für Sanierungen behalten darf. Die Sanierungen bundeseigener Wohnungen müssen schnell begonnen und fertiggestellt werden. Leerstehende Wohnungen im öffentlichen Eigentum müssen schnellstmöglich wieder vermietet werden.

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Die Wohnungsfrage ist die soziale Frage unserer Zeit. Doch statt sie anzugehen, werden Fehlentwicklungen systematisch politisch gefördert. Wohnungen sind zu reinen Spekulationsobjekten verkommen. Hohe Nachfrage und sogenannte Zwangssanierungen lassen die Mieten explodieren und zwar nicht nur in den Großstädten, sondern auch im Umland. Menschen werden aus jahrzentelang gewachsenen, sozialen Strukturen gerissen, gentrifzierte Viertel zu Soziotopen der Besserverdienenden. Wie konnte es soweit kommen? Warum unternimmt die Politik so wenig, um Mietenwahnsinn und Spekulation endlich zu stoppen? Und was muss getan werden, damit Wohnen endlich wieder bezahlbar wird? Caren Lay nimmt die deutsche Wohnungspolitik der letzten 20 Jahre schonungslos unter die Lupe, zeigt auf, wie und warum Deutschland zum Eldorado für Wohnungsspekulation werde konnte, und liefert provokante Ideen für eine soziale Wohnungspolitik, die wir so dringend brauchen.

Erschienen bei Westend / 160 Seiten Leseprobe

Über mich
Ich bin Bundestagsabgeordnete und Sprecherin für Mieten-, Bau- und Wohnungspolitik sowie für Clubpolitik.