Immobilienlobby kauft sich ihre Politik immer dreister ein – mehr als jede 8. Parteispende kommt aus diesem Bereich
Nach dem Aus der Ampel am 6. November 2024 und im folgenden Bundestagswahlkampf ist die Spendenbereitschaft auch in der Immobilienbranche exorbitant gestiegen. Ganz deutlich wurde dabei, welche Parteien die Lobby als Wahlsieger wünschte.
Mit dem Ergebnis der Bundestagswahl dürften die Spender*innen demnach weitgehend zufrieden gewesen sein – nur das Abschneiden der FDP wird mutmaßlich für Unmut gesorgt haben. 73% der Spenden aus der Bau- und Immobilienbranche an Parteien im Jahr 2025 resultieren aus den nicht einmal zwei Monaten vor der Bundestagswahl. Die restlichen knapp 27% gingen nach dem Wahltag bei den Parteien ein.
Unangefochten auf Platz 1 der Parteienspenden aus der Immo-Lobby steht – wie in jedem Jahr seit 2020 – die CDU, die 1.083.000€ kassierte. Neben der CDU erhielt nur die FDP 2025 noch Geld, jedoch nur bis zum Wahltag – mit dem Ausscheiden aus dem Bundestag wurde sie für die Geldgeber uninteressant. Dennoch belegt sie Platz 2 mit 340.000€. Damit gingen über 90% der Spenden aus der Immobilienlobby 2025 an Union und FDP. Aber auch Grüne (100.000€) und AfD (50.000€) durften sich über Großspenden der Immobilienlobby freuen.
Insgesamt spendierte die Immobilienlobby somit 1.623.000€ im Jahr 2025, davon 1.190.000€ im Wahlkampf. Im Vergleich zum Vorjahr 2024 ist dies eine Steigerung um 47,5%. Und auch der Anteil der Spenden aus der Immobilienlobby an den Gesamtspenden an die Parteien stieg im Vergleich zu 2024 von 5,6% auf 8,3% in 2025 (Steigerung um 2,7%).
Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass die Immobilienlobby weiterhin die Politik bekommt, die sie will – zulasten der Mieter*innen, die unter Mietexplosion und steigenden Wohnkosten ächzen.
Auf Grund der vorgezogenen Neuwahlen 2025 ergibt ein Vergleich der Wahljahre 2021 und 2025 nur wenig Sinn. Der verkürzte Wahlkampf, der noch dazu im Winter stattfand, sorgte für geringeren Finanzbedarf bei den Parteien. Vor diesem Hintergrund ist dennoch bemerkenswert, dass das Spendenvolumen mit fast 60% im Vergleich zum Wahljahr 2021 trotzdem hoch ausfiel.
Besonders krass fällt der Vergleich zur letzten vergleichbaren Situation, den vorgezogenen Neuwahlen 2005, aus: Wurden 2005 noch 149.000€ von der Immobilienlobby an die Parteien gespendet (verteilt nur auf Union und FDP), verzeichnen wir nach 20 Jahren eine Steigerung von 1.089% (also mehr als eine Verzehnfachung) auf 1.623.000€, verteilt nun auf 5 Parteien.
Caren Lay, Sprecherin für Mieten- und Wohnungspolitik der Linksfraktion, kommentiert: „Die Immobilienlobby hat sich im Wahlkampf zur Bundestagswahl ihren Einfluss auf die Regierungsarbeit erkauft – nun liefert die CDU mit Kanzler Merz an der Spitze in ihrem Sinne ab und blockiert jede Verbesserung für Mieter*innen. Das Ergebnis: den explodierenden Mieten und dem sich zuspitzende Mangel an Sozialwohnungen wird weiterhin nichts Wirksames entgegengesetzt. Die Linke bleibt dagegen als einzige Partei klar: Politik darf nicht käuflich sein! Die Linke ist die einzige Partei, die keine Spenden von Konzernen annimmt. Wir lassen uns nicht von der Immobilienlobby kaufen, deswegen können wir als einzige Partei Politik im Sinne der Millionen Mieterinnen und Mieter im Land machen. Darin werden wir nicht nachlassen.“



