Gegen Finanzhaie helfen keine Wattebällchen

09.02.2011

"Aus dem angekündigten großen Wurf der Bundesregierung beim Anlegerschutz ist ein Wattebällchen geworden. Schwarz-Gelb ist wieder einmal vor der Finanzlobby eingeknickt. DIE LINKE fordert stattdessen einen Schutzschirm für Verbraucherinnen und Verbraucher", so Caren Lay zum Anlegerschutzgesetz, das heute in den Ausschüssen des Bundestages abschließend beraten wurde. Die verbraucherpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter:

Das Gesetz war zweieinhalb Jahre nach der Pleite der Lehman-Bank längst überfällig. In der Zwischenzeit haben die Verbraucherinnen und Verbraucher weitere Milliarden verloren: Private Haushalte verlieren jährlich 20 bis 30 Milliarden Euro allein durch Falschberatung bei der Geldanlage.

Die Bundesregierung verfängt sich im Klein-Klein und lässt wichtige Instrumente ungenutzt. Nach wie vor gibt es keine eigene Behörde, die Finanzmärkte verbrauchergerecht überwacht. Und obwohl Verbraucherverbände oft als erste auf Missstände stoßen, sollen sie nicht als Marktwächter gestärkt werden. Auch kommt weiter ungehindert Finanzschrott auf den Markt, denn einen Finanz-TÜV sieht Schwarz-Gelb nicht vor.

Die Bundesregierung wälzt Verantwortung auf die Verbraucherinnen und Verbraucher und die Beschäftigten ab. Während Bankberatern ein Berufsverbot droht, bleibt das zentrale Problem unangetastet: die überzogenen Verkaufsvorgaben der Banken und die provisionsgetriebene Beratung.

DIE LINKE hat bereits im März 2010 ein Konzept zur Verbesserung des finanziellen Verbraucherschutzes vorgelegt (BT-Drs. 17/887) und legt nun erneut einen Entschließungsantrag vor."

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Die Wohnungsfrage ist die soziale Frage unserer Zeit. Doch statt sie anzugehen, werden Fehlentwicklungen systematisch politisch gefördert. Wohnungen sind zu reinen Spekulationsobjekten verkommen. Hohe Nachfrage und sogenannte Zwangssanierungen lassen die Mieten explodieren und zwar nicht nur in den Großstädten, sondern auch im Umland. Menschen werden aus jahrzentelang gewachsenen, sozialen Strukturen gerissen, gentrifzierte Viertel zu Soziotopen der Besserverdienenden. Wie konnte es soweit kommen? Warum unternimmt die Politik so wenig, um Mietenwahnsinn und Spekulation endlich zu stoppen? Und was muss getan werden, damit Wohnen endlich wieder bezahlbar wird? Caren Lay nimmt die deutsche Wohnungspolitik der letzten 20 Jahre schonungslos unter die Lupe, zeigt auf, wie und warum Deutschland zum Eldorado für Wohnungsspekulation werde konnte, und liefert provokante Ideen für eine soziale Wohnungspolitik, die wir so dringend brauchen.

Erschienen bei Westend / 160 Seiten Leseprobe

Über mich
Ich bin Bundestagsabgeordnete und Sprecherin für Mieten-, Bau- und Wohnungspolitik sowie für Clubpolitik.