Banken verweigern Offenlegung der Provisionen

14.09.2011

„Deutsche Banken ignorieren die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs und verweigern die Offenlegung der Provisionen. Nur zwei Prozent der von Verbraucherschützern befragten Anlegerinnen und Anleger erhielten dazu Auskunft. Ein solches Ergebnis ist ein deutliches Alarmsignal. Die Koalition muss den finanziellen Verbraucherschutz endlich verbessern“, kommentiert Caren Lay die heute veröffentliche Untersuchung der Initiative Finanzmarktwächter der Verbraucherzentralen. Die verbraucherpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter:

„Es kann nicht sein, dass die Banken Rechtsprechung und Gesetze nach Lust und Laune umgehen. Je riskanter ein Finanzprodukt, desto höher ist oft auch die Provision. Finanzberatung muss sich aber an den Bedürfnissen und Lebenslagen der Anleger orientieren und nicht an der erzielten Provision. Ein beherzteres Handeln der Bundesregierung im Sinne der Verbraucherinnen und Verbraucher ist überfällig. Schwarz-Gelb sollte sich ein Beispiel an Finnland und Großbritannien nehmen. Dort gibt es kein Provisionssystem.

DIE LINKE will die unabhängige, provisionsfreie Honorarberatung stärken und die Finanzberatung durch Verbraucherzentralen zu Gunsten einkommensschwacher Haushalte ausbauen.

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Die Wohnungsfrage ist die soziale Frage unserer Zeit. Doch statt sie anzugehen, werden Fehlentwicklungen systematisch politisch gefördert. Wohnungen sind zu reinen Spekulationsobjekten verkommen. Hohe Nachfrage und sogenannte Zwangssanierungen lassen die Mieten explodieren und zwar nicht nur in den Großstädten, sondern auch im Umland. Menschen werden aus jahrzentelang gewachsenen, sozialen Strukturen gerissen, gentrifzierte Viertel zu Soziotopen der Besserverdienenden. Wie konnte es soweit kommen? Warum unternimmt die Politik so wenig, um Mietenwahnsinn und Spekulation endlich zu stoppen? Und was muss getan werden, damit Wohnen endlich wieder bezahlbar wird? Caren Lay nimmt die deutsche Wohnungspolitik der letzten 20 Jahre schonungslos unter die Lupe, zeigt auf, wie und warum Deutschland zum Eldorado für Wohnungsspekulation werde konnte, und liefert provokante Ideen für eine soziale Wohnungspolitik, die wir so dringend brauchen.

Erschienen bei Westend / 160 Seiten Leseprobe

Über mich
Ich bin Bundestagsabgeordnete und Sprecherin für Mieten-, Bau- und Wohnungspolitik sowie für Clubpolitik.