Kreditsuchende werden systematisch geschröpft

15.05.2012

"Der Test belegt: Wer einen Kredit braucht, wird bei den meisten Banken über den Tisch gezogen. Die systematische Umgehung gesetzlicher Vorgaben durch die Kreditinstitute ist erschütternd“, kommentiert Caren Lay, verbraucherpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, die heute veröffentlichten Ergebnisse der Stiftung Warentest zur Kreditberatung von Banken. Lay weiter:

„Es ist unglaublich, wie grottenschlecht Kreditkunden beraten werden. Sie erhalten trotz gesetzlicher Verpflichtung keinerlei transparente Information über die Kosten des Kredits. Dadurch können sie verschiedene Angebote nicht vergleichen. Noch dazu schwatzen die Banken den Kreditsuchenden unnötige, aber teure Zusatzverpflichtungen wie Restschuldversicherungen oder sogar Bausparverträge auf. Darüber hinaus ruinieren fehlerhafte Schufa-Anfragen durch die Banken die Bonität der Kundinnen und Kunden langfristig.

Finanztest hat bei der Kreditberatung eine Praxis aufgedeckt, die nicht mit individuellem Fehlverhalten von einzelnen Bankberatern zu erklären ist. Mit der absichtlich herbeigeführten Undurchschaubarkeit ihrer Angebote verdienen die Banken Milliarden. Bundesverbraucherministerin Aigner muss endlich die Lücken im finanziellen Verbraucherschutz angehen und Bankkunden vor den Kreditinstituten schützen. Da helfen keine harmoniegetränkten Gespräche der Ministerin mit der Branche mit anschließender Selbstverpflichtung auf den Sankt-Nimmerleins-Tag. Hier bedarf es gesetzlicher Vorgaben und einer wirksamen Kontrolle, dass diese Vorgaben auch eingehalten werden. Eine verbrauchergerechte Reform der Finanzaufsicht ist überfällig. DIE LINKE fordert seit langem eine schlagkräftige Verbraucherbehörde zur Beobachtung der Märkte und zur Durchsetzung kollektiver Verbraucherinteressen.“

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Die Wohnungsfrage ist die soziale Frage unserer Zeit. Doch statt sie anzugehen, werden Fehlentwicklungen systematisch politisch gefördert. Wohnungen sind zu reinen Spekulationsobjekten verkommen. Hohe Nachfrage und sogenannte Zwangssanierungen lassen die Mieten explodieren und zwar nicht nur in den Großstädten, sondern auch im Umland. Menschen werden aus jahrzentelang gewachsenen, sozialen Strukturen gerissen, gentrifzierte Viertel zu Soziotopen der Besserverdienenden. Wie konnte es soweit kommen? Warum unternimmt die Politik so wenig, um Mietenwahnsinn und Spekulation endlich zu stoppen? Und was muss getan werden, damit Wohnen endlich wieder bezahlbar wird? Caren Lay nimmt die deutsche Wohnungspolitik der letzten 20 Jahre schonungslos unter die Lupe, zeigt auf, wie und warum Deutschland zum Eldorado für Wohnungsspekulation werde konnte, und liefert provokante Ideen für eine soziale Wohnungspolitik, die wir so dringend brauchen.

Erschienen bei Westend / 160 Seiten Leseprobe

Über mich
Ich bin Bundestagsabgeordnete und Sprecherin für Mieten-, Bau- und Wohnungspolitik sowie für Clubpolitik.