Diskussion mit Caren Lay und Florian Opitz
Das Dach über dem Kopf, Platz zum Arbeiten, ein Ort zum Wirksamwerden – dies zu erlangen, ist existenziell geworden. Wo haben wir die Abfahrt verpasst? Die gesellschaftliche Verunsicherung ist allseits spürbar. Politik, Wirtschaft und Bürger:innenschaft suchen nach Antworten, und wir wollen in unserer Panel-Raumkapsel Beobachtungen teilen und versuchen, sie in eine gangbare Richtung zu bewegen. Welche Schritte können wir unternehmen, um uns aus der Umklammerung prägender Faktoren wie Mangel an verfügbaren Flächen, begrenztem Zugang, kaum leistbaren Preisen, erheblich höheren Bau- und Betriebskosten und Marktlogik zu lösen?
Die Wohnungsfrage ist die soziale Frage unserer Zeit. Doch statt sie anzugehen, werden Fehlentwicklungen systematisch politisch gefördert. Wohnungen sind zu reinen Spekulationsobjekten verkommen. Hohe Nachfrage und sogenannte Zwangssanierungen lassen die Mieten explodieren und zwar nicht nur in den Großstädten, sondern auch im Umland. Menschen werden aus jahrzentelang gewachsenen, sozialen Strukturen gerissen, gentrifzierte Viertel zu Soziotopen der Besserverdienenden. Wie konnte es soweit kommen? Warum unternimmt die Politik so wenig, um Mietenwahnsinn und Spekulation endlich zu stoppen? Und was muss getan werden, damit Wohnen endlich wieder bezahlbar wird? Caren Lay nimmt die deutsche Wohnungspolitik der letzten 20 Jahre schonungslos unter die Lupe, zeigt auf, wie und warum Deutschland zum Eldorado für Wohnungsspekulation werde konnte, und liefert provokante Ideen für eine soziale Wohnungspolitik, die wir so dringend brauchen.
Erschienen bei Westend / 160 Seiten Leseprobe