Aus für ZCOM ist ein falsches Zeichen zur falschen Zeit

07.07.2026

„Das Aus für das Zuse-Computer-Museum in Hoyerswerda ist das falsche Zeichen zur falschen Zeit. Ich bedaure ausdrücklich, dass kein Weg zur Fortführung des Museums als wichtiges kulturelles und touristisches Angebot in der Stadt gefunden wurde.“ erklärt Caren Lay, Lausitzer Bundestagsabgeordnete der Fraktion Die Linke, anlässlich der Entscheidung des Stadtrates Hoyerswerda, den städtischen Finanzierungsbeitrag nicht fortzusetzen und damit das Ende des Zuse-Computer-Museum (ZCOM) zu besiegeln. Die Stadträte der Linken im Hoyerswerdaer Stadtrat hatten gegen das Ende der Finanzierung gestimmt. Lay weiter:

 

„Ich habe Verständnis dafür, dass Hoyerswerda – wie viele Kommunen in unserer Region – in einer schwierigen Haushaltslage steckt und die Spielräume eng sind. Gerade jetzt das ZCOM abzuwickeln, nachdem erst vor wenigen Tagen mit der Eröffnung der 5-Seen-Kette das Lausitzer Seenland einen qualitativen Sprung in der touristischen Attraktivität erfahren hat, erscheint mir aber nicht zielführend. Aus meinen Gesprächen in der Region weiß ich, dass gerade durch die Verbindung der fünf Seen ein Zuwachs der Übernachtungs- und Besucherzahlen für das Seenland erwartet wird. Davon hätte das ZCOM profitieren können als touristisches Angebot für Schlecht-Wetter-Tage oder für an der Geschichte der Region interessierte Gäste des Seenlandes.

Mit dem ZCOM geht der selbst ernannten Konrad-Zuse-Stadt Hoyerswerda nun die zentrale Erinnerung an eben jenen Computer-Pionier verloren. Und auch ein Kooperationspartner für die Schulen der Stadt. Ich fürchte daher, dass der eintretende Verlust für Hoyerswerda sehr viel schwerer wiegen wird als die nun kurzfristig eingesparte Summe im städtischen Haushalt.“

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Die Wohnungsfrage ist die soziale Frage unserer Zeit. Doch statt sie anzugehen, werden Fehlentwicklungen systematisch politisch gefördert. Wohnungen sind zu reinen Spekulationsobjekten verkommen. Hohe Nachfrage und sogenannte Zwangssanierungen lassen die Mieten explodieren und zwar nicht nur in den Großstädten, sondern auch im Umland. Menschen werden aus jahrzentelang gewachsenen, sozialen Strukturen gerissen, gentrifzierte Viertel zu Soziotopen der Besserverdienenden. Wie konnte es soweit kommen? Warum unternimmt die Politik so wenig, um Mietenwahnsinn und Spekulation endlich zu stoppen? Und was muss getan werden, damit Wohnen endlich wieder bezahlbar wird? Caren Lay nimmt die deutsche Wohnungspolitik der letzten 20 Jahre schonungslos unter die Lupe, zeigt auf, wie und warum Deutschland zum Eldorado für Wohnungsspekulation werde konnte, und liefert provokante Ideen für eine soziale Wohnungspolitik, die wir so dringend brauchen.

Erschienen bei Westend / 160 Seiten Leseprobe

Über mich
Ich bin Bundestagsabgeordnete und Sprecherin für Mieten-, Bau- und Wohnungspolitik sowie für Clubpolitik.