Endlich der KZ-Opfer vom Kupferhammer Bautzen gedenken!

26.01.2021

Das ‚Außenlager Kupferhammer‘ in Bautzen war 1933 eines der ersten wilden KZs. Über 700 politische Gefangene, vorwiegend Kommunistinnen und Kommunisten, waren hier inhaftiert und wurden zur Zwangsarbeit gezwungen. Bis heute erinnert nichts im Stadtbild an dieses Verbrechen. Ein einziger Satz am Ende einer Tafel im Rahmen des Stadtrundgangs reicht nicht aus.“ erklärt Caren Lay, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE. im Deutschen Bundestag, anlässlich des am morgigen Mittwoch, 27. Januar, anstehenden Internationalen Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus. Lay weiter:

 

„Wir gedenken der getöteten Jüdinnen und Juden, der Widerstandskämpfer*innen, der Millionen Toten, die ihr Leben auf den Schlachtfeldern des II. Weltkrieges im Kampf gegen NS-Deutschland ließen. Und mahnen: Nie wieder!

Große Gedenkveranstaltungen wie in der Vergangenheit sind unter Pandemie-Bedingungen nicht möglich. Als Alternative kann man sich aber auf die vielen Erinnerungsorte besinnen, die leider viel zu wenig im öffentlichen Bewusstsein sind.

Ein Beispiel aus meinem Wahlkreis ist der Kupferhammer in der Bautzner Seidau. Auf dem Gelände befand sich 1933 für einige Monate ein Außenlager des frühen KZ Hohnstein.

Dass es auch in Bautzen ein frühes KZ in Form eines Arbeitslagers gab, in dem hauptsächlich Kommunist*innen inhaftiert waren, ist in der Stadt nur den wenigstens Menschen bewusst. Kein Wunder, schaut man sich die Geschichtstafel am heute als Seniorenheim genutzten Gebäude an: Mit nur einem knappen Satz ganz am Ende wird auf das NS-Verbrechen hingewiesen. Tatsächlich waren von April bis Juni 1933 insgesamt 742 Menschen im KZ Außenlager Kupferhammer inhaftiert, 402 sind namentlich bekannt.

           

Ich fordere die Stadt Bautzen auf, sich stärker mit ihrer NS-Geschichte auseinanderzusetzen. Am Kupferhammer sollte dringend ein Weg gefunden werden, sichtbarer und angemessener auf die Geschichte des Ortes in der NS-Zeit hinzuweisen. Damit auch künftige Generationen in die Lage versetzt werden, sich vor Ort mit diesem unrühmlichenTeil deutscher und Bautzner Geschichte zu beschäftigen.“

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